Effiziente Schaltschrankfertigung mit WSCAD

Effiziente Schaltschrankfertigung mit WSCAD

Zu den Hauptaufgaben eines Elektrokonstrukteurs gehört es, ein Projekt so zu erstellen und mit allen nötigen Informationen für die Fertigung des Produktes zu versehen, dass dieses Produkt ohne nennenswerte Rücksprache gefertigt werden kann.

Je mehr Informationen die Dokumentation eines Projekts umfasst, desto weniger Raum darf sie für Auslegungsvarianten oder Klärungsbedarf lassen.

Alle Informationen müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Fokus ist wichtig, aber der Überblick darf nicht verloren gehen.

Oftmals konzentriert sich die Dokumentationserstellung (für Schaltpläne, Listen und sonstige Dokumente) jedoch nur auf die wichtigsten Aspekte des Projekts, sodass einige der nachrangigen Teilbereiche entweder weniger genau oder gar nicht dokumentiert sind. Dies ist oft der Fall, wenn die geplante Zeit nicht ausreicht, um alle Aspekte abzudecken, oder wenn die Zeit einfach eingespart wird.

Wenn dem Fertigungsteam jedoch Informationen fehlen, gibt es im besten Fall ein Hin- und Her mit den Elektrokonstrukteuren, bis alle Fragen geklärt sind. Dies ist für beide Seiten sehr zeitaufwendig, und kann zu Verzögerungen in der Auslieferung des Endprodukts führen.

Selbst wenn die Fertigung im selben Werk stattfindet wie die Dokumentationserstellung und die Kommunikationswege kurz sind, können gravierende Verzögerungen auftreten. Bei externer Fertigung durch ein anderes Unternehmen sind die Verzögerungen unter Umständen noch um ein Vielfaches höher.

Bei Klärungsbedarf werden Ressourcen und Zeit verschwendet.

Im schlimmsten Fall werden Information missverstanden und es kommt zu Fehlern, die nicht nur viel Zeit kosten, sondern auch teure Reparaturen nach sich ziehen.

Eine unvollständige Dokumentation führt zu unerwünschten Ergebnissen in der Fertigung

Es besteht ein umgekehrt proportionaler Zusammenhang zwischen der Zeit, die ein Elektrokonstrukteur für die Erstellung einer guten Projektdokumentation aufwendet, und der Zeit, die für die Fertigung benötigt wird.

So können beispielsweise 5 Minuten zusätzliche Planungsarbeit mehr als 2 Stunden Zeitersparnis bei der Fertigung bewirken.

Ein kleiner Mehraufwand in der Planung führt zu einer großen Zeitersparnis in der Fertigung

Zu den häufig vernachlässigten Aspekten bei der Erstellung von Schaltplänen gehören die Schaltschrankaufbauzeichnung und die Festlegung von Verbindungsattributen (Querschnitte, Farbcodierung, Länge etc.)

Bereits ein kleiner Mehraufwand zur eindeutigen Spezifikation dieser Eigenschaften bei der Planerstellung führt zu mehr Produktivität, Zeitersparnis und Fehlervermeidung.

Anhand von zwei Beispielszenarien lässt sich nachvollziehen, welche Auswirkungen sich hieraus langfristig ergeben:

Fall 1:

Das Fertigungsteam und das Konstruktionsteam gehören zum selben Unternehmen und die Kommunikationswege sind kurz.

Wenn es über einen bestimmten Zeitraum ein erhöhtes Aufkommen an Kundenaufträgen gibt, können Elektrokonstrukteure ihre Abläufe einfach skalieren, indem sie die Erstellung von Projekten mithilfe von Makros oder eines Projekt-Konfigurators wie dem WSCAD Project Wizard automatisieren. Für das Fertigungsteam ist es hingegen schwer, seine Abläufe ohne zusätzliche Fachkräfte zu skalieren.

Eine einfache Möglichkeit zur Skalierung der Fertigungsabläufe ist der Einsatz von Produktionsmaschinen wie Bohrautomaten und Kabelbaum-Fertigungsmaschinen.

Fall 2:

Die Fertigung übernimmt ein spezialisiertes externes Unternehmen.

Aufgrund der längeren Kommunikationswege ist der Zeitfaktor hier essenziell. Je detaillierter die Projektdokumentation, desto weniger Zeitaufwand für die Klärung von Detailfragen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schaltschrankbauer bereits über Produktionsmaschinen verfügt, ist hoch. Dies ist ein weiteres Argument für eine detaillierte Projekterstellung.

Wenn zu einem Zeitpunkt das Auftragsvolumen hoch ist und der Schaltschrankhersteller nicht nachkommt, kann vorübergehend ein zweiter Schaltschrankbauer hinzugezogen werden. Wenn eine ausreichend detaillierte Dokumentation vorliegt, erübrigt sich ein Hin und Her von Rückfragen, und der zweite Hersteller ist unmittelbar einsatzbereit.

Hieraus ergibt sich die notwendige Flexibilität für Herstellerwechsel und Preisverhandlungen.

Sofort startklar

WSCAD bietet nicht nur die Möglichkeit zur Erstellung einer detaillierten Schaltplanerstellung und Projektdokumentation, sondern auch eine Vielzahl von Schnittstellen zu Fertigungsmaschinen (Bohrautomaten und Kabelbaum-Fertigungsmaschinen) wie diejenigen von CadCabel, Komax, Steinhauer oder Kiesling.

Bei der detaillierten Projektierung zur Fertigungsintegration kommt es auf drei wesentliche Aspekte an:

  • Die Verbindungsattribute müssen mit Querschnitten und Farb-Codes festgelegt werden.
  • In die Schaltschrankaufbauzeichnungen müssen Details einschließlich Aussparungen und Bohrungen eingearbeitet werden.
  • Montagebohrungen und Geräteausschnitte müssen bei der Erstellung des Schaltschrank-Aufbauplans berücksichtigt werden.
  • Für die Bauteile müssen die Anschlagmittel für die Geräteanschlüsse angegeben werden.

Der zunächst erforderliche Mehraufwand für die Erstellung ist nur einmal notwendig und fällt angesichts des enormen Nutzens, der sich daraus ergibt, kaum ins Gewicht.

Hiermit ist es möglich, bis zu 60% der Fertigungszeiten einzusparen.

 

Alin Dragan

Consultant Global Business Services